Oktober08
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freitag 03.10. 20.00 Uhr
EHAUS ][ jasperson
all i wanted was a pepsi
Performative Aspekte in der Videokunst männlicher US-Amerikaner

Andy Kaufman
William Lamson
David Levine
Joe Nanashe
Daniel Seiple
Guy Richards Smit (with Maxi Geil! & Playcolt)
Type-A
curated by John von Bergen

Mit ihrem inzwischen zum Genreklassiker avancierten Song "Institutionalized" spiegelte die kalifornische Punk-Rock-Band Suicidal Tendencies 1983 die Mentalität der männlichen, pubertierenden "Pissed-off Generation" wider. Die Textzeile "All I wanted was a Pepsi" galt als der absurde Ausdruck eines ausweglosen Strebens nach Freiheit in der konservativ-reaktionären Reagan-Ära. Welche Langzeitwirkungen dieser Slogan im Denken der jetztigen 40-Somethings haben sollte, konnte wohl keiner der Musiker damals erahnen. Den Spätfolgen geht John von Bergen in dem gleichnamigen Filmprogramm nach. Der aus New York stammende und in Berlin lebende Künstler hat für die Schau Arbeiten von sieben amerikanischen Performance- und Videokünstlern ausgewählt, in denen die Themen Unterhaltung, Humor, Ironie, Subversion, Selbsterhaltung, Autodestruktion und Selbstdokumentation verhandelt werden. Die Fragestellugen mögen sich im Laufe der Zeit verändert haben, der Hang zum Absurden ist auf alle Fälle gleich geblieben.

freitag 31. 20.00 Uhr & samstag 01. & sonntag 02. November 16.00 - 19.00 Uhr
EHAUS ][
Simon Starke ::: Zweierlei Kur

Die Kur ist insgesamt eine Reise zum Grund der Wiederholung. (Gilles Deleuze)

Einteiliges Zweiraum-Environment

Das Environment (englisch environment = das Umgebensein, Umgebung; französisch environ = um, herum, Umgebung) ist ein in den späten 1950er Jahren ursprünglich aus dem amerikanischen Englisch entlehnter Begriff für künstlerische Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen künstlerischem Objekt und Umgebung auseinandersetzen. Hierbei kann die Umgebung selbst zum Teil des Kunstwerkes werden. (Wikipedia.de)

Die Arbeit von Simon Starke ist eine Inszenierung dreier anekdotischen Räumen, die quasi in- oder aufeinandergeschoben werden. Eine Art erzählerischer Zusammenhang also, der sich mit der Verquickung von Umgebung und Kunstgegenstand beschäftigt.
Praktisch gesprochen: Das Elektrohaus mit seinem kleinen 50er Jahr Aufgang, der intransparenten Glasfront und den breiten Fensterbrettern bekommt seinen Charakter als Kurbad zurück (Raum 1), im vorderen Bereich dient es dem Saufen (Raum 2), im hinteren der Meditation (Raum 3).

Die Wirkung der zwiefachen Kur zielt auf Stärkung und Schwächung des Vermögens imWiederholen, d.h. in erster Linie natürlich das der Arbeiten. Welcher Aufgabe unterliegen oder entgehen sie im Umfeld von Stille und Nachdenklichkeit, welchen Stellenwert gewinnt Alkohol in der Produktion und Einschätzung von Kunst?

Jin und Jang von Zerstreuung und Sammlung, die siamesischen Zwillinge Intro und Extro umkreisen einen imaginären Punkt und sind zugleich im eigenen Dunstkreis gefangen. Kneipe und Meditationsgarten werden als Quellgründe der Inspiration vorgestellt, der Brunnen (aus dem nicht zu schöpfen ist) steht im Zentrums eines Raums ohne Mitte. Ein halbbenutzbares Anschauungsmodell.

Es handelt sich um die Frage, warum sich die Wiederholung nicht durch die Identitätsform im Begriff oder in der Repräsentation erklären lässt - in welchem Sinne sie eine höheres ?positives" Prinzip verlangt. (G.D.)