2005
Mai
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06.05/freitag/ab 21.00 Uhr          
elektro
Maja Hoffmann, Sandra Poppe
"ein Indianer stirbt niemals" Am Sylvestermorgen saß in der U3 Richtung Barmbek ein Betrunkener ganz in sich zusammen gesunken. Über eine Penny-Markt Tüte gebeugt präsentierte er nach langem Rumkramen ein Stück in Folie eingeschweißtes Kassler.
In jenem Moment leiteten die Stäbchen seiner Iris die rosafleischfarbene Information weiter an sein kognitives Formfarbsystem im oberen linken Gehirnlappen der Hippocoloris. Die biochemischen Vorgänge der Neurotransmitter regten die elektrische Schwingung entlang der Nervenbahnen an bis zur absoluten Synchronisation.
Er hob den Kopf,fürchtete nichts und verstand. Schließlich begann er zu sprechen:
"Und ich sag Euch abermals, ein Indianer, der stirbt niemals."

Installationen in Audio, Video, Zeichnung, Malerei
14.05./samstag/ab 21:00 / 22:30           
elektrohaus / Cora Franke
::Humana::Leben in Berlin
[stofftiersoap]
Was in der letzten Folge geschah:

Andreas Walter::Ullrike Dittrich
Ralfs Sylvesterplanung gerät durcheinander, als sich Maikes Tante Hilda zum Besuch ankündigt. Auf Wunsch der Tante besuchen die drei einen Sylvestergottesdienst und anschließend das Feuerwerk am Brandenburger Tor. Und während sich Maike und Ralf zu Tode langweilen, erlebt Tante Hilda an ihrer Seite die schönsten Sylvester ihres Lebens.
Petra verweigert sich jeglicher Partyplanung, weil sie immer noch unter der Trennung von Elmar leidet. Sie möchte am liebsten vor zwölf ins Bett gehen. Ihre Freundin Wiebke, die zu einer Feier bei Jo und George eingeladen ist, möchte Petra in ihrer Trauer nicht allein lassen und verzichtet deshalb auf die große Sause. Statt dessen versucht sie alles, um Zuhause ein gemütliches Reinfeiern zu ermöglichen. Petra lässt sich aber nicht aus ihrer Depression herausreißen. Nach dem Abbrennen des Tischfeuerwerks, kündigt sie an ins Bett zu gehen. Wiebke ist enttäuscht und macht sich alleine auf, um noch etwas Restparty bei Jo und George zu erleben und tanzt dort bis die Putzfrau kommt.
Nach ihrer Niederkunft liegt Jenni in der Charité, erschöpft und allein, da ihr Freund Django einen Sylvesterjob als DJ angenommen hat. Auch der Weißrussische Assistenzarzt, der in der Notaufnahme im Akkord Feuerwerksopfer zusammenflickt wird von Einsamkeit und der Sehnsucht nach der Stille seiner ländlichen Heimat geplagt. So stoßen Jenni und Vitali um zwölf mit einem Gläschen Doppelherz, das Vitali auf der Geriatrie besorgt hat auf ein frohes neues 2005 an.


Wird Petra ihre genetisches Material vererben können?

Wird Nico seinen Roadmovie: Trink aus und halt die Klappe drehen?

Wird Jenni demnächst mit mehr Sonne in ihrer Stimme sprechen?


Das alles und noch viel mehr erfahrt ihr hier im Elektrohaus am 19. März wenn es heißt:

Halt die Klappe, Petra!
20.05./freitag/ab 21:00          
elektrohaus/b.jasper
dura lux relais
In einer audivisuellen performance werden Musik- und Bildwelt live aufgeführt. Akustische, elektrische und elektronische Instrumente kommen ebenso zum Einsatz wie Mikrophone und CD-Spieler. Sechs bis acht Diaprojektoren werden manuell bedient, die Animation entsteht durch Live-Eingriffe wie Halbscheiben, Schutter, Dimmer oder Wasserwände. Der Aufbau der Installation ist eine Konstruktion in der visuelles und akustisches Equipment an einem gemeinsamen Arbeitsplatz steht. Die Aufführung dauert etwa eine Stunde.

duralux sehen sich als experimentelle Dia-Dokumentarfotografen. Favorisiert wird das antiquierte Diamedium wegen seiner Schärfe, Farbtreue und Brillianz, weil es sich dank komplexer Steuertechnik für rauminstallationen eignet und ein spontanes Aufnehmen und Montieren erlaubt. Bei relais stammt die Tonwelt, die oft filmmusikähnliche Züge hat, zu einem großen Teil aus Geräuschen und analogen Instrumenten.


Die visuellen Künstler von dura lux und der Musiker Tom Fleischhauer aka relais Arbeiten seit 1994 zusammen. Am Anfang stehen Bilderserien oder Bildstrecken mit thematischen Schwerpunkten auf der einen Seite und Soundscapes bzw. Tonwelten auf der anderen. Eine probenähnliche Situation mit Mikrophon, Instrumenten, Diaanimationsgeräten und dem direkten Zugriff auf das Diaarchiv erlaubt so ein verzahntes Arbeiten und spontane Reaktion. Klänge führen zu visuellen, Bilder zu akustischen Assotiationen, die sich sukzessive zu einem Dokument der Atmosphäre verdichten. Das Arbeitsergebnis ist nicht der fixierte Musikclip, sondern die Live-Aufführung.
27.05./freitag/ab 22:00          
elektrohaus//elektrischer widerstand
fiction&fraction Kundendienst präsentiert:
Timur ( KRIKL-KRAKL rec. / B ) live!
//fiction und fraction// ist das neuste Release von Krikl-Krakls Wunderkind Timur und hier fast tanzbare Selbstentladung ohne Schutzkontakt - die moderne Variante Sleazy Grunge Disko, allerdings derart groovy wie hyperaktiv, dass einem chronisch die Aorta brummt. Lasziv, erotisch, hedonistisch, slick, verdröhnt, anregend, gegen Ende dann auch ganz schön schnell. Ein perfekter Eiertanz zwischen Beherrschung, Soul und dem Speed of Thought.
Timur serviert prätentiöse Euphorie mit eGitarre und Laptop; Verschmutzt mit elektrischen Ideen heizt er nicht nur mit treibendem Elektro-Clash, sondern auch mit Inhalten ein. Die gut abgehangene, angenehm verrauschte, zärtlich dröhnende Schaumschlägerei im Straßenköterformat. Sein zwischen nöliger Verachtung und Pathos pendelnder Sprechgesang ergibt eine originäre Mischung Dancepunk, die durch intelligent gewählte Sound- und Arrangement-zitate gleichzeitig druckvoll und rotzig wie ironisch ist. Nicht gänzlich unverwandt mit den Peaches on Speed einer anderen Sonic Youth dieser Welt natürlich, aber mit eigener Nische zwischen Noise, Pop und Punk.
Ein, zwei Umdrehungen bunter in der Klangästhetik, noch neuer und mindestens genauso toll. Man darf gespannt sein.

Ein gehöriger Kurzschluss und somit Anlaß zur Reihenschaltung eines regelmäßigen Konzertabends im Elektrohaus St.Georg für Energiedichte, Ausgangsspannung, Unterhaltungselektronik und Noise; Kundendienst Hamburg präsentiert eine Record Release Party, denn das Berliner Label Krikl-Krakl rec. wird erneut veröffentlichungsaktenkundig, was gefeiert werden will.